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Urlaub in Seine Maritime
Historie und Gegenwart in Rouen
Im Département Seine Maritime liegt die größte Stadt der Normandie: Rouen. Sie ist zugleich die Hauptstadt der Haute-Normandie und sie ist die Stadt des Impressionismus. Die berühmte Kathedrale gotischen Stils hat Monet in einem Bilderzyklus künstlerisch verarbeitet. Hier wurde der große Romancier Gustave Flaubert 1812 geboren, dessen erste Veröffentlichung „Madame Bovary“ war. Für diesen Roman wurde er heftig angefeindet, doch der vermeintliche Verstoß gegen die „guten Sitten“ machte das Buch zum Welterfolg.
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Rouen. Die gotische Kathedrale.
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Rouen wurde 1419 von Heinrich V. erobert und die Normandie wurde der
britischen Krone unterstellt. 1449 wurde die Stadt zurückerobert. Hier
wurde 1431 Jeanne d’Arc verbrannt. Die typisch normannischen Gärten
findet man hier ebenfalls. So ist der Jardin des Plantes mit seiner
Orangerie aus dem 19. Jahrhundert, seinem Tropenpavillon und seinen
seltenen Bäume ein Ort voller Liebreiz. Sehenswert sind auch der Garten
und das Museum „Pierre Corneille“. Der Theaterdramatiker wird neben
Molière zu den großen Dichtern Frankreichs gezählt. Er wurde 1606 in
Rouen geboren.
Im Sommer 2010, in dem das Festival des Impressionismus die Normandie
beherrscht, werden u.a. in den Straßen der Stadt und auf der Brücke
„Pont Boieldieu“ Meisterwerke dieser herausragenden Kunstepoche
präsentiert. Jugend, Musik und Sport haben in der Universitätsstadt
einen enormen Stellenwert und dass der 1977 in Rouen geborene
Weltklasse-Fußballspieler David Trezeguet 2006 seinen Elfmeter in der
WM-Verlängerung verschoss, haben die Fans ihm längst verziehen. Er
bleibt ein Sohn der Stadt, auf den man stolz ist.
Elbeuf
Wenige Kilometer von Rouen entfernt stößt man auf die Gemeinde Elbeuf.
Dort steht die Kirche Saint-Jean, die 1992 Frankreichs
Denkmalschutzsiegel „Historisches Monument“ bekam. Eine gotische Kirche,
deren Innenraum dem französischen Barock entspricht und deren
Glasmalereien von 1500 stammen. Das Städtchen hatte vom 17. bis zum 19.
Jahrhundert eine Blütezeit der Tuchherstellung erlebt. Einige Gebäude
aus dieser Zeit sind unweit vom Place St.-Jean und im Stadtteil du
Puchot noch zu sehen. Im historischen Zentrum befinden sich die
Manufakturen aus dem 18. Jahrhundert. Einen Besuch lohnt auch die Église
St.-Étienne am Place de la République. Dort findet der Betrachter u.a.
ein Fenster, auf dem Tuchmacher bei ihrer Arbeit abgebildet sind. Und im
Jardin de la Source kann man die Eindrücke mit botanischer Vielfalt
krönen.
Fécamp
„Stadt der Kunst und Geschichte“, diesen offiziellen Beinamen trägt Fécamp. Die Hafenstadtstadt, reich an historischer Architektur, besticht zudem durch ihre Alabasterküste. Vom Cape Fagnet hat man einen Panoramablick aus fast 100 Metern Höhe. Die Abtei der Heiligen Dreifaltigkeit fällt sofort ins Auge. Sie ist ein Meisterwerk früher Gotik normannischen Stils und wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Fécamp ist auch bekannt wegen seines Benediktiner-Likörs. Im Kunstmuseum des Palais Bénédictine befindet sich die Brennerei. In dem Museum wird außerdem sakrale Kunst des Mittelalters ausgestellt. Andere Museen sind dem Impressionismus und der maritimen Vergangenheit gewidmet. Das jährliche Festival „Fête les Estivoiles“, das im Juni stattfindet, belebt die Stadt auf besondere Weise. Musik und Meer vereinen sich thematisch zur einer bunten Schau mit Bänkelsängern, Straßenkünstlern und kulinarischen Genüssen. Für das Umweltschutz-Engagement, die gute Wasserqualität und die gepflegten Strände bekam Fécamp 2009 die „Blaue Flagge“, eine internationale Anerkennung.
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| Mussée des Terre-Neuvas in Fécamp |
Die Hafenstadt Le Havre
Le Havre liegt an der Mündung der Seine und eine beeindruckende Schrägseilbrücke, die „Pont du Normandie“, schwingt sich über den Fluss. Sie verbindet Le Havre mit Honfleur. Die elegante Konstruktion ist ein technisches Meisterwerk und ihr Konstrukteur, Michel Virlogeux, der seinen Namen mit dem Bau des Viaduc de Millau international untermauerte, bekam dafür zahlreiche Auszeichnungen. Die Normandiebrücke ist mautpflichtig, Fußgänger können sie auf schmalen Wegen kostenfrei überqueren. Ein tolles Erlebnis!
Le Havre entstand erst 1517, entwickelte sich aus einer Siedlung inmitten von Sümpfen. Das Stadtzentrum, das im Zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört worden war, wurde vollständig neu aufgebaut. Die Kirche St. Joseph gehört dabei zu den herausragenden Bauwerken und gilt als Meisterwerk. Mit dieser modernen Architektur ist die Innenstadt von Le Havre das einzige komplexe Areal des 20. Jahrhunderts, das zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Nur die Kathedrale Notre-Dame aus dem 16. Jahrhundert hat die Zerstörungen überstanden und ist ein Originalzeugnis der Vergangenheit. Die Stadt, die eine schwere Vergangenheit erfuhr, zeigt sich heute modern. Mit ihr ist der Name Claude Monet besonders eng verbunden. Er lebte hier seit seinem fünften Lebensjahr, bevor nach Giverny ging.
Bezaubernder Badeort mit künstlerischem Hintergrund - Dieppe
Dieppe „verdankt“ seine heutige Architektur zwei großen Zerstörungen: im Jahre 1195 durch die Kapetinger, einer französischen Dynastie und 1694 durch die niederländisch-englische Flotte, die die Korsarenvormacht im Ärmelkanal vernichten wollte. Der Neuaufbau, der am Ende des 17. Jahrhunderts begann, wurde vom Barock dominiert und so präsentiert sich Dieppe noch heute. An die Zeit davor erinnern jedoch einige bedeutende Bauwerke, beispielsweise das Château de Dieppe, ein monumentaler Festungsbau, und die Kirche Saint-Rémy aus dem 16./17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde Dieppe Frankreichs erster mondäner Badeort.
Maler fühlten sich von dem bezaubernden Licht der Hafenstadt angezogen. Der Impressionist Èugene Delacroix war einer von ihnen. Viele Künstler ließen sich dort inspirieren und prägten den Ort, darunter der Komponist Saint-Saens und der Dichter Guy de Maupassant. Er wurde übrigens 1850, unweit von Dieppe, im Schloss Miromesnil geboren, verbrachte dort allerdings nur seine ersten drei Lebensjahre.
In Dieppe findet das weltweit größte organisierte Drachenfest statt. Hunderte Drachenbauer zeigen auf der 150m langen Promenade ihre landestypischen Modelle. Man kann das Ereignis im Spätsommer alle zwei Jahre erleben. In dem Zwischenjahr ist die Stadt gleichen Namens in der kanadischen Provinz New Brunswick Austragungsort des Drachenspektakels. Die Kunst- und Geschichtsstadt Dieppe kann man geführt oder individuell kennenlernen. Beides lohnt sich!
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